Bilder-Bericht: Transsylvanien und Ostkarpaten
Juli 2009: Durch Rumänien von West nach Ost und wieder zurück.
Eine abenteuerliche Fahrt auf Russischen URAL-Gespannen.
Touren-Start in Pecs/Ungarn nahe der Kroatischen Grenze.
Gesamtstrecke 2300 km , davon 1300 km auf unbefestigten
Wegen und schwierigen Pisten, dort wo stellenweise selbst für
4x4 Geländewagen die Fahrt zu Ende ist. Fahren bedeutete auf
dieser Tour natürlich auch: Fahren nach Kompaß und mit
Topographischen Karten, abhängig sein von Streckenverlauf und
Befahrbarkeit, geleitet von seinem Instinkt und seiner Intuition.
Nach einer anspruchsvollen und unsere Russen-Gespannen
alles abverlangenden Knüppel-Tour auf Maultier-Pfaden und
Holzrücke-Schneisen des Apuseni- und Hargita-Gebirges folgte die
Durchquerung der weitläufigen Hügelladschaft Transsylvaniens auf
historischen Ortsverbindungsstraßen, die bis auf den heutigen
Tag nur von Ochsenkarren und Pferde-Fuhrwerken genutzt werden
und durch ausgedehnte und fast undurchdringliche Buchenwälder.
Ein wahrlich erhebendes Erlebnis war der Anblick des im letzten
Abendrot des Tages am Horizont auftauchenden Bergmassivs der
Ostkarpaten als wir die östlichen Ausläufer des Hargitagebirges
abgekämpft herunterkamen.
Hier war sie also, die Ostgrenze des früheren Europas, die einst so
blutig gegen die ständigen Tartaren- und Türkeneinfälle verteidigt
werden mußte.
Wir mußten unwillkürlich mit unseren Gespannen anhalten und
die geschichtsträchtige Landschaft auf uns einwirken lassen.
Was müssen die Ungarischen Szekler, die Verteidiger und Hüter
dieser Schwelle sowie die Siebenbürger Sachsen damals nicht alles
erduldet haben.
Es war insgesamt eine Reise die uns und unseren Maschinen alles
abverlangt hat. Für die Strapazen wurden wir im Gegenzug
dafür reichlich belohnt.
Eine Reise in die Vergangenheit, in ein Land der Archetypen, die in
jedem von uns schlummern. Dörfer und Landschaften wie wir sie nur
aus Märchenbüchern unserer Kindheit her kennen und die tief in
unserem Unterbewußtsein vergraben sind.
Es war eine Reise der denkwürdigen Art, intensiv und nachhaltig.
Es war eine Reise in ein vergessenes Land am Rande Europas.
Wer über Land fährt, die Dörfer bereist und auf die großen Städte
verzichtet, wird Menschen erleben und Dinge erblicken, die es bald
so nicht mehr geben wird.
Deshalb werden wir wiederkommen.
Ich bedanke mich hiermit bei Laszlo für die perfekte Planung und
phantastische Streckenführung unserer Tour, bei der auch die
kulturellen Momente einen wichtiger Bestandteil bildeten.
Daß die Kameradschaft gepaßt hat, daß man sich zu 100% auf den
Anderen verlassen konnte, versteht sich von selbst und wurde
bereits bei andern Unternehmungen bewiesen.
