Des Eisensau-Treibers virtuelles Universum

Ausrüstung und Bekleidung des Winterfahrers

Kanadische Winterstiefel mit Filz-Innenschuh

Integralhelm mit Heizvisier und Blendschutz

                                        Sturmhaube mit Latz

Persönliche Ausrüstung des Winterfahrers

1.Übergroßer (1 bis 2 Größen) 2-teiliger Goretexanzug mit herausnehmbaren Futter.

2. Darunter mehrere Schichten bestehend aus Thermounterwäsche, Rollkragen-Pulli, Fleece- und    Windstopperteile nach dem Zwiebelprinzip. (Textil-) materialmäßig hat da jeder so seine eigene Philosophie. Man sollte sich aber noch einigermaßen rühren können. Geschlossene Räume sind anschließend zu meiden und die letzten Schichten sind möglichst im Freien anzuziehen, um nicht ins Schwitzen zu kommen. Wer geschwitzt hat friert.

3.Sturmhaube mit Kragen bzw. Latz, denn der Halsbereich ist eine schwierig abzudichtende Stelle. Die kleinste Undichtigkeit wird unangenehme Folgen haben.

 4.Wer im Winter regelmäßig unterwegs ist, wird kaum auf ein Heizvisier verzichten können. Wer eines hat, will nicht mehr ohne. Gibt es vereinzelt auch in Deutschland zu kaufen und kommen aus dem Snowmobil-Bereich. Manche Kollegen ordern ihre Helme komplett mit passendem Heizvisier übers Internet aus den USA bzw. Kanada. Selbermachen mittels Widerstandsdraht ist eine andere Möglichkeit (Bauanleitungen sind auf den einschlägigen Seiten im WWW zu finden). 

5. Lenkerstulpen sind für den Winterfahrer unverzichtbar ! Es wird nicht nur auskühlender Wind abgehalten (Chill-Effekt), sondern auch Nässe von den Handschuhen, Nässe durch Niederschlag und Spritzwasser von überholenden Fahrzeugen, insbesondere LKW´s. Nässe egalisiert irgendwann auch die beste Isolation. Bei Extremtouren sind zusätzliche Heizgriffe nicht verkehrt. Die Verdrahtung der Heizgriffe sind im rauhen Winterfahrer-Alltag eine Schwachstelle und gehört regelmäßig überwacht

6. Kanadische Winterstiefel mit Lederschaft und einem Fußteil aus Naturkautschuk sowie einem dicken Filzinnenschuh sind Pflicht. Das Leder wird mit Bienenwachs eingelassen. Bei längeren und Mehrtages-Fahrten ist die Mitnahme eines zweiten Paares Filzinnenschuhe zum Tauschen zweckmäßig. Spätestens nach zwei Tagen sind die Filzinnenschuhe durchfeuchtet und isolieren nicht mehr. Als weiteren Rettungsanker kann man sich noch flache Heizpads einstecken.

7. Für Winter-Langstrecken-Fahrer ist folgendes Fahrzeugzubehör sinnvoll: Windschild, Kniebleche, Spritzschutz unter den Zylindern, eine Kniedecke, Sitzfell.

8. Um die Wirksamkeit seines Bekleidungskonzeptes zu testen, sollte der angehende Winter-Treiber bei moderaten Temperaturen um die 0 Grad, die ersten Gehversuche machen. Weiter unten im Tiefkühlkeller wird es dann richtig hart. Da muß alles stimmen. Ab minus 5 Grad und weiter abwärts rächt sich jeder Fehler bei der Ausrüstung und es wird langsam gefährlich.

9. Auf der anderen Seite beschert uns die Winter-Treiberei wertvolle Grenzerfahrungen, die so manchem über-zivilisierten Menschen sicher ganz gut tun würden. Für mich ist es immer wieder ein AhaErlebnis, wenn ich beim Anziehen die Isolation der ersten Schicht Thermounterwäsche am eigenen Leib verspüre. Was könnte da im Alltag an Energie beim Heizen gespart werden.........

Ausrüstung des(r) Winter-Beifahrers/-Beifahrerin, einem vernachläßigten Wesen ?

Die Bewegungsstarre des Beiwagenpassagieres im engen Beiwagen, gefördert durch auftragende und voluminöse Bekleidungsschichten, fördern bei diesem eine schnelleres Auskühlung als beim Fahrer selbst. 

Bei den Damen geht es noch einmal schneller, sie frieren naturgemäß früher. Wer seine Eisprinzessin nicht optimal ausstattet, hat mit Sicherheit nur einmal das Vergnügen.

Klamotten, wie oben beschrieben, sind vom Prinzip Standard. Zwecks mehrfachen Ein- und Aussteigens in das und aus dem Boot bzw. aktiver Mitarbeit als Ausgleichs-Gewicht in Kurven und im Gelände, sollte die angelegten Bekleidungsteile eine gewisse Bewegungsfreiheit erlauben.

Der Frauen-Kenner und -Versteher denkt hier weiter an die gewissen und nicht seltenen Momente im Leben seiner Schmiermäxin, kurz nachdem diese einen Kaffee zu sich genommen hat. Ein Zustand, der dem nach der fünften "Halben", bei uns Männern gleicht. Auch in dieser Stuation ist ein zweigeteilter und nicht zu eng anliegender Fahranzug von Vorteil. Sonst geht es schlichtweg in die Hose.

Da auch die dicksten und wärmsten Kanadischen Winterstiefel und dreiteiligen, von Polarforschern getesteten, Expeditions-Handschuhe speziell bei unseren Damen eine allzu knappe Halbwertszeit besitzen, sind zusätzliche Heizpads zum Einlegen in die Stiefel oder Heizsocken  bzw. Heizhandschuhe oder Heiz-Unterziehhandschuhe unverzichtbar.

Für den notwendigen Durchblick sorgt, wie beim Fahrer, ein entsprechendes Heizvisier. Wenn nicht vorhanden, sollte eine Gesichtsmaske aus Neopren zusätzlich zur Kragen-Sturmhaube unter dem Integralhelm angelegt werden. Dann kann das Visier öfter mal schadlos zu Anti-Beschlagsmaßnahmen einen Spalt geöffnet werden.

Regelmäßige Pausen, damit sich der Beifahrer "warm zu strampeln" kann und die Inhalation warmer Getränke bzw. einer warmen Suppe sind eine weitere Maßnahme der Kälte entgegenzuarbeiten und für psychisches Wohlbefinden zu sorgen.

Eine Heizdecke für 10 Euro auf dem Sitz des Beiwagens und optional eine "vorn rum" geschnallt, sind zusätzliche und ebenso gern angenommene Maßnahmen, die nicht nur das Herz einer Sozia erwärmen.

Eine Beiwagenscheibe ist obligatorisch, deren Zweckmäßigkeit hier nicht diskutiert zu werden braucht. Ausschlagen des Beiwagen-Fußraumes im Innenbereich mit Dämm-Material soll auch etwas gebracht haben. Untersetzte Beifahrer(-innen) sind bei derartigen Maßnahmen aus Platzgründen im Vorteil.